2024 01 04 Su Sachsen Logo Neu

aus den Kreisen

Anmerkungen zu den gegenwärtigen gewalttätigen Erscheinungen im Europa- und Kommunalwahlkampf

Wenn man gegenwärtig früh aufwacht, im Radio die ersten Morgennachrichten hört und dann beim Frühstück die Nachrichten in der regionalen Zeitung liest, kann man den Eindruck gewinnen, dass man in einer Bananenrepublik und nicht im demokratischen Deutschland lebt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über Gewalttätigkeiten bis Mord gegen Mitmenschen in diesen konventionellen Medien berichtet wird.
Da wird über Kriminelle aber auch im Wahlkampf 2024 für das Europaparlament und in einigen Bundesländern für die Landtags- und die Kommunalwahlen sowie über gewalttätige Übergriffe auf Wahlkämpfer und Politiker berichtet. Neben den tätlichen Übergriffen auf Wahlkämpfer ist eine, gegenüber früheren Wahlkämpfen, deutliche Steigerung der Zerstörung von Wahlplakaten und Wahlständen zu spüren.

Solange es sich um prominente Politiker handelt, die solchen Übergriffen ausgesetzt sind, wird darüber landesweit in den Medien berichtet. Solche verabscheuungswürdigen Übergriffe wie die auf den Europapolitiker der SPD, M. Ecke, die Berliner Wirtschaftssenatorin Giffey (SPD) oder die Grünen Politikerin Dresden, Moser, sind Thema der bundesweiten Medien. Die vielen Betroffenen vor Ort und weniger bekannten Wahlkämpfer werden, wenn es sich nicht um sehr spektakuläre Vorgänge handelt, wohl kaum in den Medien benannt. Die Dunkelziffer ist sicherlich recht groß.

Ein anderes in diesem Zusammenhang stehendes Problem ist das Zerstören und die Verunglimpfung von Wahlkampfplakaten bzw. Wahlkampfständen. Das Beschimpfen und die Drohungen in den persönlichen Seiten im Internet und bei Facebook gehören auch in diese Rubrik. Auch Mitglieder unserer Senioren-Union in Leipzig, wie ihr Vorsitzender Konrad Riedel; ist davon betroffen. Kaum waren unsere Großplakate aufgestellt, waren sie schon wieder zerstört. Die neue Plakatierung vor dem Himmelfahrtstag hielt auch nur eine Nacht. Dann waren die Plakate auch schon wieder zerrissen. Auch das „karikative“ Beschmieren der auf den Plakaten abgebildeten Personen ist das mittlerweile ein Zustand, der nicht mehr hingenommen werden kann. Man denke an den Artikel 1, Absatz1, des Grundgesetzes.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Konrad Riedel dazu: "Der „Schmierfink“ ist in Leipzig weit verbreitet, aber da hilft auch keine Farbe, er kriegt mich nicht Grün ( Lützow Straße)".


Das gilt auch für die Wahlkämpfer und Kandidaten der anderen Mitbewerber. Jeder Wahlberechtigte kann seine Stimme für den, nach seiner Meinung, richtigen Kandidaten abgegeben.

Respekt vor fremden Eigentum und Menschen, welche sich für das Gemeinwohl einsetzten wollen, scheint teilweise vollkommen verloren gegangen zu sein. Das zeugt vom Werteverfall in unserer demokratischen und liberalen Gesellschaft.

Dr. Karl Placht -Stellvertretender Vorsitzender Senioren-Union KV Leipzig – im Namen des Vorstandes


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Willkommen - bienvenue - welcome - "Cabaret" in den Landesbühnen: Babylon Berlin in Radebeul!

Die Senioren-Union der CDU des Kreises Meißen hatte ihre Mitglieder eingeladen zur Generalprobe des Musicals Cabaret in den Radebeuler Landesbühnen – und der Abend wurde für den gut gefüllten Saal schon vor der eigentlichen Premiere zum Ereignis.

Der Hausherr selbst hatte die stimmige Inszenierung übernommen und ließ uns eintauchen in das Berlin der 30er Jahre.


Wir durften erleben, daß und wie gelungen die nie überzeichneten Bezüge zur Gegenwart hergestellt wurden, wobei uns nach der Pause gelegentlich das Lachen im Halse steckenblieb:
Die Machtübernahme durch die Nazis fand auf der Bühne, bei den Protagonisten statt.

Der Abend fügte sich prächtig zusammen: Bunte, passende Bühnenbilder, hinreißende Tanzeinlagen, stets passende Musik der super aufgelegten professionellen Bigband, hervorragende Gesangsleistungen des Ensembles, alles passte. Wir erkannten die bekannten Melodien wieder, bei dem Hit "Money makes the World go round" hat sich Manuel Schöbel selbst übertroffen.
Nie langweilig wurden die drei Stunden - ein Stück lebendiges Musicaltheater.
Live is a cabaret.

Ein Besuch sei wärmstens empfohlen - schnell

Karten sichern, die Premiere und die ersten Vorstellungen am 13., 19., 21., 26 und 28. April sind bereits fast ausverkauft.

Bericht: 11.04.2024, Geert Mackenroth MdL, SU-Kreisvorsitzender

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Senioren-Union Leipzig besucht Clownmuseum

Am 18. Januar 2024 war es soweit, das wir in einer Nachmittagsveranstaltung das Clownmuseum, welches sich gegenwärtig noch in der Breiten Straße 22 in Leipzig befindet, besuchen konnten. Der Besuch war schon lange geplant, leider kam Corona dazwischen. Trotz des schlechten Wetters konnten wir 10 Besucher begrüßen.

Der Gründer und 1. Vorsitzender des Clownmuseum-Vereins, Hans-Dieter Hormann, begrüßte uns und gab einen Einblick in die Geschichte des Museums und der dort ausgestellten Exponate.

Hans-Dieter Hormann begann schon in zarten Alter von 9 Jahren, sich für die „Rotnasen“ zu interessieren. Er bekam viele Nachlässe bekannter und weniger bekannter Clowns. Dadurch konnte er in Verlauf seiner Lebensjahre viele Exponate zum Thema „Clown“ oder wie er sagt „Rotnasen“ sammeln und im Clownmuseum ausstellen.

In der Sammlung sind originale Exponate solcher bekannten Clowns wie Popow, Grock, Charlie Rivel, Ferdinand, Antoschka, Galetti und vielen Anderen zu sehen.

Ein reines Clownmuseum gibt es in Europa nur in Leipzig. In Magdeburg und Wien sind zwar 2 Zirkusmuseen existent. Beide zeigen die „Clowns“ aber nur als spezielle Abteilung im Verbund des jeweiligen Zirkusmuseums.

Darüber hinaus forschte Hans-Dieter Hormann zur Geschichte der Clowns. Der Name „Clown“ existiert seit dem 17. Jahrhundert und kommt aus dem Englischen, wo dieser Begriff eine Bezeichnung für einen „Bauerntölpel“ ist. Unter verschieden Namen (Hofnarr, Hanswurst, Spaßmacher, Bajazzo u.Ä.) ist der Clown schon länger bekannt. Er geht bis auf die griechische Antike zurück. Die beiden griechischen Protagonisten Apollon und Dionysos werden mit dem Jahr 550 als Quelle der Kultur des Lachens genannt. Daraus ging dann die Tradition, die wir heute als Kultur der Clowns kennen, hervor. Apollon stand für die intellektuelle Seite des Lachens. Dionysos war für die Seite des Lachens des gemeinen Volkes zuständig.

Spaßmacher oder, anders bezeichnet, Narren gab es im deutschsprachigen Raum schon seit ewigen Zeiten. In den Zeiten, in denen es noch keine Filme, kein Fernsehen und Radio gab und Zeitungen ein Luxusartikel waren, sorgten Hofnarr, Hanswurst und Till Eulenspiegel für die Unterhaltung am Hof und im Volk.

Einer der bekanntesten Hofnarren war am Dresdener Hof Joseph Fröhlich.

Auch in Leipzig gab es seit jeher Spaßmacher. Bekannt waren diese Spaßmacher auch unter dem Namen „Hanswurst“. Caroline Neuber verbannte den Hanswurst in einem Theaterstück 1737 in Leipzig von der Bühne.

Der Hofnarr Claus Narr wurde 1455 in Ranstätt bei Leipzig geboren. Viele Clowns begannen ihre Karriere in Leipzig. Bekannt ist das für den Clown Nuk (geb. als Georg Spiller in Jena), ein Musikclown, der als Nachfolger des weltbekannten Clowns Grock angesehen wird. Nicht zuletzt waren in Leipzig der Kristallpalast, das Haus der heitern Muse oder der Zirkus Aeros Wirkungsstätten für die Clowns.

Das Clownmuseum ist nicht eine stille und verstaubte Ausstellung. Es lebt! Fast alle heute noch aktiven Clowns kamen bisher in dieses Museum. Hans-Dieter Hormann pflegt einen regen Kontakt zu den heutigen weltweit bekannten Clowns.

Im vom Verlag Vista Point herausgegebenen Reiseführer für Deutschland „1000 PLACES TO SEE, BEFORE YOU DIE“ ist das Leipziger Clownmuseum als eine Sehenswürdigkeit von Leipzig und ganz Sachsen angeführt, die man besuchen sollte. Das nehmen viele Gäste Leipzigs wahr.

Hans-Dieter Hormann will sich im Alter von nunmehr 76 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen. Seine Bemühungen, das Clownmuseum in Leipzig zu halten, schlugen bisher fehl. Die Kulturverantwortlichen der Leipziger Stadtverwaltung bzw. des Stadtmuseums zeigen kein Interesse an der Übernahme dieser bedeutenden und international bekannten Sammlung eines Kulturzweiges. Offensichtlich haben diese Personen Kenntnislücken in der Geschichte Leipzigs. Wie schon weiter vorn beschrieben wurde, hat Leipzig eine lange Tradition in diesem Kulturbereich.

Wir Senioren sind wir sehr verwundert, dass sich die Kulturverantwortlichen Leipzigs bisher ablehnend zur Übernahme dieser Sammlung verhalten. Es wäre für Leipzig ein großer Verlust, wenn diese Sammlung nach Magdeburg oder gar nach Wien gehen würde.

Dr. Karl Placht – Stellvertr. Vors. SU KV Leipzig

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Bautzener Senioren Union feiert ihr 30. Gründungsjubiläum

Am 15. November trafen sich Mitglieder und Freunde der Senioren Union Bautzen in ihrem Stammlokal, dem Bautzener Restaurant „Lusatia“, zur „Geburtstagsfeier“.

Dieser Tage jährt es sich zum 30. Mal, dass der Oberguriger Malermeister und Bürgermeister Johannes Pilz, die Gründung einer Senioren Union im damaligen Landkreis Bautzen initiierte.

Weder der damals 63-Jährige, noch die etwa 80 Mitglieder der ersten Stunde wussten damals so richtig, was das hieß. Wie vieles Andere zu dieser Zeit, auch das absolutes Neuland. Man kam im Vorfeld politischer und gesellschaftlicher Ereignisse zusammen, um sich einen einheitlichen Standpunkt zu bilden, sich gemeinsam über Erreichtes zu freuen oder nach möglichen Lösungswegen bei Problemen zu suchen.

Knapp zehn Jahre später, Johannes Pilz leitete noch immer die Senioren Union Bautzen, mauserten sich die sporadischen Zusammenkünfte zum planmäßigen Wirken. Neben der altersgerechten Einmischung in die große und kleine Politik trafen sich die Mitglieder regelmäßig einmal im Monat. Neben Gesprächen mit Politikern und Verantwortungsträgern aller Ebenen, vom Europaparlament, Bundes- und Landtag bis hin zum Kreistag rückten auch Besuche in regionalen Unternehmen, Vereinen und Organisationen in den Fokus der Senioren Union.

Heute verweist die Chronik auf mehr als 200 solch interessante Zusammenkünfte. Unter anderen Besuche aller Bundes- und Landesvorsitzenden der Senioren Union in diesem Zeitraum. Darüber hinaus existiert aktuell wohl keine „besuchenswerte“ Adresse in der Region, die noch kein Ziel der Senioren Union Bautzen war.


(v.l.n.r. Landrat Udo Wischas, Edgar Opitz, Klaus Leroff, Gottfried Krause)

So konnte Gottfried Krause, der aktuelle und dritte Vorsitzende in der Geschichte der Bautzener Senioren Union, mit Landrat Udo Witschas und dem Landesvorsitzenden der Sächsischen Senioren Union Klaus Leroff auch wieder zwei prominente Gäste zur Jubiläumszusammenkunft begrüßen.

Danach nahm Edgar Opitz aus Bischofswerda, einer der „dienstältesten“ Mitglieder die Geburtstagsgäste mit auf eine kurzweilige Reise durch drei Jahrzehnte „Senioren Union Bautzen“.

Klaus Leroff bescheinigte dann den Bautznern, einer der aktivsten Kreisverbände im gesamten Freistaat zu sein. Die angesprochenen Probleme, wonach sich die Größe der Landkreise nachteilig auf ein lebendiges Verbandsleben auswirkt und sich viele Senioren mit 60 Jahren noch zu jung für die Senioren Union fühlen, sind keine Bautzener Besonderheiten, sondern im Freistaat eher Alltag. Umso erfreulicher wertete er die Tatsache, dass sich die Mitgliederzahl während der zurückliegenden 30 Jahre bei stabilen 40 bis 45 Mitgliedern eingepegelt hat, was für ein vielfältiges Verbandsleben spricht.

Stellvertretend für den gesamten Vorstand wurde Edgar Opitz dafür mit der goldenen Verbandsnadel der Sächsischen Senioren Union geehrt.

Udo Witschas, Landrat und Kreisvorsitzender der Bautzener CDU, bedankte sich bei der Senioren Union für ihr vielfältiges Engagement bei der Lösung der aktuellen Aufgaben sowie der erbrachten Leistungen bei der Errichtung des stabilen Fundaments, worauf aktuelle und künftige Generation aufbauen.

Darüber hinaus war er ein gefragter Gesprächspartner in der Diskussion zu den Themen: Körse Therme, Wolf, Altersdiskriminierung und nicht zuletzt des Umweltschutzes, der Bewahrung der Schöpfung.

Mit mehr als 30 Gästen, darunter auch einer Abordnung der Frauen Union sowie der Vorsitzenden des Bautzener Unabhängigen Seniorenverbandes, war die Party zum
30. Geburtstag nicht nur die teilnahmestärkste Veranstaltung des Jahrganges 2023, sondern auch eine eindrucksvolle Bestätigung der Richtigkeit des Wirkens der Senioren Union Bautzen.

Bautzen, 20.11.2023

Senioren-Union Mittelsachsen feiert und wählt

Am 23.10.23 fand das Herbstfest der Senioren Union Mittelsachsen mit 25 Teilnehmern, davon 15 stimmberechtigt, statt.

Die musikalische Umrahmung hatte das CDU-Ehepaar Albrecht mit Herbstliedern zum Mitsingen übernommen.

Bei der anschließenden Vorstandswahl kandidierten alle bisherigen Vorstandsmitglieder wieder und wurden auch gewählt.

Vorsitzender: Hans-J. Walter

Stellvertreter: Bruno Kny

Schatzmeister: Steffen Katzsch

Mitgliederbeauftragter: Christian Rüdiger

Beisitzer: Albrecht Hänel, Günter Klug, Ullrich Kuhn, Annelie Kunze und Gerd Schönberg.

Ebenso wurden die Delegierten für die Landesversammlung der sächsischen CDU-Senioren neu gewählt: Albrecht Hänel, Steffen Katzsch, Annelie Kunze, Christian Rüdiger, Gerd Schönberg, Hans-J. Walter, Günter Klug, Bruno Kny und Ullrich Kuhn.

Unten: der neu gewählte Kreisvorstand

Senioren-Union KV Meißen - Was sind überhaupt „NEUE MEDIEN“?

Darüber informierte Fachreferent für Medienkompetenz der Volkshochschule im Landkreis Meißen, Herr Holger Birke, knapp 20 Gäste in einer spannenden Veranstaltung mit hohem Faktengehalt. Ohne Zweifel, der technische Fortschritt vernetzt uns so gut wie noch nie. Wir können auf ungeahnte Informationsquellen und nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zurückgreifen: zur Kommunikation, zur Visualisierung unserer Gedanken, zum Eintauchen in fremde Welten und vor allem für die möglichst effektive Gestaltung des privaten oder beruflichen Alltags.

Zunächst führte uns Herr Birke auf eine interessante Reise durch die kommunikations-technische Entwicklung. Als reines "Mittel zum Zweck" für die Übertragung von Daten zwischen Sender und Empfänger umgeben uns Medien im Verlauf der Zeit schon immer, egal ob als Briefbogen, Zeitung, DVD- Recorder oder multifunktionales Smartphone. Durch den raschen technologischen Fortschritt ist die digitale Transformation der Medienwelt und Gesellschaft nicht mehr aufzuhalten.

Von fast jedem Ort der Welt aus können wir die für uns wichtigen, entsprechenden Dinge tun und den intellektuellen, kommunikativen und sozialen Horizont erweitern. Es ergeben sich phantastische Chancen, vielleicht als kurzes Beispiel: meine Lieblingsmusik aus sämtlichen Genres und Zeiten ist auf Knopfdruck abrufbar. Sicher nicht immer kostenfrei und man muss wissen, wie es funktioniert.

Der umfangreiche und fein-differenzierte Umgang mit den digitalen Möglichkeiten birgt aber auch Gefahren. Es ist ratsam, zum Schutz der eigenen Identität und der persönlichen Daten bestimmte Sicherheitsaspekte zu beachten. Ist beispielsweise der Global-Player Google der sicherste Anbieter für sämtliche Belange hinsichtlich deutscher Richtlinien? Bin ich auf dem neuesten Stand zur Sicherung meiner Daten, zur Installation richtiger Schutzprogramme für den PC oder zur notwendig regelmäßigen Aktualisierung der Passwörter? Bitte Vorsicht auch bei immer öfter auftretenden Spam-Mails und Phishing-Aktionen!

Wer Hilfe sucht, findet diese in diversen Beratungsstellen für eine gute Medienkompetenz. Wenden Sie sich gern für weitere Informationen an unsere Senioren-Union des Kreisverbandes Meißen unter geert.mackenroth@slt.sachsen.de .

Die nächste Veranstaltung am 14.11.2023 beschäftigt sich mit dem höchst spannenden Thema "Künstliche Intelligenz" und interessierte Gäste sind herzlich eingeladen.

Senioren-Union Meißen informiert sich über DRK-Behindertenarbeit

Holzbehausungen für Vögel und Insekten, Restaurierung von Möbelteilen, Herstellung von Verpackungen für Weihnachtsartikel oder Halterungen für den Sanitärbereich, Konfektion von Metallkomponenten für Maschinen oder – wenn auch auf den ersten Blick eher einfach – hilfreiche Vor-und Nacharbeiten wie Austopfen von verblühten Pflanzen für den sinnvollen Recycling-Kreislauf oder akribisches Nachreinigen von maschinell hergestellten Plastikteilen – bei einer Besichtigung der DRK Werkstätten Meißen September 2023 zeigte uns Werkstattleiter Herr Druch interessante Arbeitsaufträge in den verschiedenen Bereichen.

Die Teilnehmer, darunter Mitglieder unserer Senioren-Union Meißen und der Seniorenvertretung Meißen, waren mehr als beeindruckt von dem sinnstiftenden Konzept, in dem Menschen mit gewissen Handicap einer Beschäftigung je nach individueller Fähigkeit nachgehen.

Aktuell werden für 300 Mitarbeiter in 20 Arbeitsgruppen diverse Tätigkeiten in Tischlerei, Metallbearbeitung, Druck- und Werbeservice oder Garten- und Landschaftspflege angeboten. Stets professionell und herzlich angeleitet von einem Bereichsleiter finden je 12 Mitarbeiter in einer Arbeitsgruppe ausreichend Raum und Zeit sowie die entsprechende Anleitung, je nach Behinderungsgrad eine passende Beschäftigung auszuführen. Dies erfüllt das grundlegende Ziel der DRK Werkstätten, geistig, körperlich und/oder psychisch eingeschränkte Menschen ein Leben in sozialer Gemeinschaft sowie Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Eine Gruppenleiterin beschreibt das gemeinsame Wirken gut: in einer überschaubaren Gruppe mit gleichmäßiger Arbeitsstruktur und effektiver Arbeitszeit von 5,45 h besteht eine ausgeglichene Atmosphäre. Wichtig ist darauf zu achten, den Wechsel zwischen den Abläufen zu ermöglichen, sonst tritt Monotonie auf und die Aufmerksamkeit bzw. der Ansporn kann sich bei den Mitarbeitern mindern. Zudem wird oftmals gute Laune benötigt, um sich irgendwie durch den Tag zu schlängeln und sämtlichen Befindlichkeiten gerecht zu werden.

Hinzu kommt die sachlich wirtschaftliche Komponente – es werden verschiedenste Auftrags- und Eigenprodukte für externe Kunden gefertigt. Laut Herrn Druch kommen von Unternehmen auch umfangreiche Produktions-Aufträge kontinuierlich über ein Jahr oder länger hinweg, diese mit einer Stückzahl von etwa 10.000 Stück pro Woche und mit dem Anspruch an eine hohe Qualität. Aktuell werden etwa 10 Großkunden und mehrere kleinere Auftraggeber bedient. Stets mit einem genauen Blick darauf, dass die Arbeitsabläufe gut mit den Fähigkeiten der Beschäftigten, größtenteils per Handfertigung umgesetzt werden können. Sicher kommen im Bereich der Holz- und Metallbearbeitung sowie im Druck- und Werbeservice auch unterstützende Maschinen zum Einsatz. Die Investition in eine große Anlage, nur um dem Umfang eines Großauftrages und den Anspruch eines geringen Produktionspreises zu rechtfertigen, stehe jedoch in keinem sinnvollen Verhältnis. Es muss passen – Arbeit, Forderung und Förderung des Einzelnen, Teilhabe stärken und ein gutes soziales Miteinander innerhalb der jeweiligen Arbeitsgruppe, die weichen Faktoren stehen im Vordergrund und nicht die Maximierung von Stückzahlen oder Gewinn. Grundlegend geht eine hohe Freiwilligkeit der Mitarbeiter voraus, dass sie sich zunächst für eine gewisse Tätigkeit entscheiden und dieser auch regelmäßig nachgehen. Aber das ist es, was diese Menschen suchen: eine Aufgabe haben, etwas Tun können, in Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. Ergänzend finden die Beschäftigten in spezifischen Kursen gute Unterstützung zur Persönlichkeitsentwicklung aber auch therapeutische Hilfestellung, um größtmögliche Selbständigkeit sowie Unabhängigkeit im Alltags- und Berufsleben zu erreichen. Ein umfangreiches Projekteangebot rundet den Alltag in den DRK Werkstätten ab: Erzählcafé, Imkerkurs, Dartspiel, Malen, Laufgruppe oder Gartenkurs – im nächsten Jahre wird endlich wieder ein großes Sommerfest stattfinden. Das große Ganze wird durch die Begleitung von DRK Fahrdienst, DRK Betreutes Wohnen und natürlich dem DRK Landesverband e.V. gestützt.

Das Deutsche Rote Kreuz betreut „nur“ drei Werkstätten in Sachsen, größer vertreten sind die der Lebenshilfe, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt und Caritas. Besonders ist, dass das Haus in Meißen als einzige der DRK Werkstätten Sachsen das Projekt für „Lebenslanges Lernen im Arbeitsbereich“ verfolgt. Das Lernen soll nicht mit der Berufsausbildung in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) und der Tätigkeitsausübung in einem oder mehreren Arbeitsbereichen abgeschlossen sein. Die Beschäftigten haben je nach Neigung die Möglichkeit für stetiges Weiterbilden, bspw. in hauseigenen Kursen zum Thema Arbeitssicherheit oder Qualitätsmanagement. Somit ist kein fester Rahmen für den lebenslangen, eintönigen Arbeitsalltag gegeben, sondern es besteht Raum für Entfaltung und Selbstbestimmung. Für die Zukunft ist angedacht, externe Partner mit neuen Kursinhalten einzuladen und das Weiterbildungsangebot schrittweise zu erweitern.

Die Vermittlung von Mitarbeitern für die Werkstätten erfolgt zumeist über die Rentenversicherung oder Bundeagentur für Arbeit, aber auch durch eigenständige Initiative von Interessenten. Grundlage für das Wirken in einer festen Arbeitsgruppe ist eine 2-jährige berufliche Ausbildung direkt in den DRK Werkstätten. Dies ist ein idealer Anschluss für viele junge Menschen nach Verlassen der Förderschule, besonders für Personen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt schwer einen Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatz aufgrund Ihrer besonderen Situation finden. Nach mehrjähriger Einarbeitung finden einige Mitarbeiter sogar Möglichkeit in Außen-Arbeitsplätzen naheliegender Unternehmen eingegliedert zu werden, dies unter weiter vertraglicher Anstellung bei den DRK Werkstätten. Derzeit hält sich das Verhältnis von Anfragen für und das Angebot an Arbeit in der Waage. Laut Herrn Druch, steigt die Anfrage nach Arbeitsplätzen durch chronisch physisch Erkrankte. Es ist jedoch hinsichtlich der Schwere der Erkrankung abzuwägen, welche Tätigkeit zumutbar ist und er sieht die Werkstätten als dauerhaftes Arbeitsumfeld nicht optimal geeignet. In der letzten Zeit kommen zunehmend Unternehmen von sich aus auf die Werkstätten zu, um im Rahmen von personal-strategischer Inklusion die Arbeitsplätze im eigenen Haus zu besetzen. Der Umfang ist jedoch recht begrenzt.

Inzwischen schreiben die DRK Werkstätten aus rein wirtschaftlicher Sicht wieder schwarze Zahlen – dies ist deswegen bemerkenswert, weil vor etwa 10 Jahren noch die Gefahr der Schließung drohte. Das gesamte Konzept ist besonders und in aller erster Linie sinnstiftend: zu den grundlegenden Prozessen eines reinen Wirtschaftsbetriebs wie Einkauf, Produktion und Verkauf kommen wesentliche soziale Zusatzkomponenten für die gesamte Organisation für und mit den behinderten Mitarbeitern hinzu. Es ist notwendig, dass die Werkstätten durch finanzielle Säulen wie ein geringerer Mehrwertsteuersatz, Eingliederungshilfen und Fördermittel bspw. für wichtige Neu- oder Umbauprojekte der Werkstätten eine stabile Unterstützung haben. Mithilfe solcher Fördergelder konnte in 2015 die neue Außenstelle auf der Ziegelstraße 2 eröffnet werden, in der seitdem 150 der gesamt 300 Mitarbeiter in diversen Bereichen mit mehr Platz und einem passendem Arbeitsumfeld arbeiten können. Besonders ist hier der moderne Betrieb für den Druck- und Werbeservice zu erwähnen. Vorab tummelte sich und produzierte das gesamte Team in den Räumlichkeiten der Hauptniederlassung auf der Ziegelstraße 5.

Die Teilnehmer und ich waren von der umfangreichen Führung durch Herrn Druch, der Offenheit und Auskunftsfreude der Bereichsleiter, der Kommunikation mit den Beschäftigten begeistert und konnten einen großen Blick hinter die Kulissen werfen. Es ist wirklich zu empfehlen, sich einmal mit kleinerem privaten Auftrag wie dem Restaurieren einer Holztür, dem Bau von Vogelhäuschen für den eigenen Garten oder auch größeren Anfrage, wie dem Druck von Flyern für eine Veranstaltung an die DRK Werkstätten zur wenden und diese auf diese Weise zu unterstützen.

Leipziger Senioren-Union mit neuem Vorstand

Am 19. September 2023 fand ab 16 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle der CDU Leipzig die turnusgemäße Vorstandswahl der Senioren-Union Kreisverband Leipzig statt. Eröffnet wurde die Wahlveranstaltung durch den bisherigen Kreisvorsitzenden der Senioren-Union, Konrad Riedel.

Wir waren erfreut, dass mit 15 anwesenden Mitgliedern unseres Kreisverbandes gegenüber früheren Veranstaltungen wieder etwas mehr Teilnehmer an der Wahlveranstaltung teilnahmen. Leider ist durch den hohen Krankenstand und dem hohen Alter vielen Mitgliedern die Teilnahme an unserer Wahlveranstaltung nicht mehr möglich.

In der Zwischenzeit hat der Mitgliederbeauftragte der Senioren-Union, Hubert Hiersemann, eingedenk der dringenden Mahnungen für die Gesundheit unserer älteren Mitglieder für genügend Flüssigkeitszufuhr der Teilnehmer gesorgt.

Nach der Eröffnungsrede von Konrad Riedel übernahm die Geschäftsführerin des Kreisverbandes der CDU Leipzig, Anne-Sophie Seiring, die Versammlungs- und Wahlleitung. Nach den üblichen Regularien der Senioren-Union wurden der Schriftführer (Hubert Hiersemann), der Mandatsprüfer (Dr. Placht) und der Stimmenauszähler (Bernhard Kny) gewählt.

Die Mandatsprüfung ergab, dass alle 15 anwesenden Mitglieder der Senioren-Union stimmberechtigt sind. Die Rechenschaftsberichte des bisherigen Vorsitzenden Konrad Riedel und der Schatzmeisterin wurden ohne Aussprache angenommen. Der bisherige Vorstand wurde entlastet.

Anschließend erfolgte die Vorstellung der Kandidaten für den neuen Vorstand. Da alle Kandidaten sehr gut bekannt sind, konnte die Vorstellung zügig abgeschlossen werden.

Gewählt wurden:

  1. Kreisvorsitzender: Konrad Riedel
  2. Stellvertreter: Bernhard Kny, Dr. Karl Placht
  3. Schatzmeisterin: Elke Mehnert
  4. Schriftführer: Wahl wurde ausgesetzt bis Andreas Habicht gesundheitlich für diese Aufgabe wieder in der Lage ist. Bis dahin übernimmt Hubert Hiersemann diese Aufgabe.
  5. Beisitzer: Gabriele Müller, Hubert Hiersemann, Thomas Stein

Ebenfalls neu gewählt wurden die Delegierten zur Landesdelegiertenversammlung der Senioren-Union Sachsen.

Der neue Vorsitzende des Kreisverbandes der Senioren-Union dankte abschließend allen Teilnehmern der Wahlveranstaltung. Er forderte die Mitglieder der Senioren-Union auf, an der Wahl der Kandidaten am 23. September teilzunehmen. Das ist erforderlich, damit für die Kandidaten der älteren Generation genügend Stimmen erzielt werden.

Wir danken Anne-Sophie Seiring für die konzentrierte Wahlleitung. Hubert Hiersemann überreichte ihr als Anerkennung einen Blumenstrauß und ein kleines Präsent.

Leipzigs neuer Vorstand der Senioren-Union

Dr. Karl Placht, Stellvertr. Vorsitzender Senioren-Union Kreisverband Leipzig


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23.08.2023 Kreisverband Leipzig: Sommerfest der Senioren-Union Leipzig im Gelände der Parkeisenbahn am 21. August 2023

Auch in diesem Jahr feierten wir unser Sommerfest im Gelände der Parkeisenbahn am Auensee. Dank unserer guten Beziehungen zur himmlischen Wetter Konzernzentrale hatten wir es erreicht, das am 21. August schönes Wetter herrschte. Nur bei der Temperatur hatte die Wetter Konzernzentrale etwas daneben gegriffen. es war einfach zu heiß.

Wir konnten Jens Lehmann MdB, die MdL Robert Clemen, Holger Gasse, Wolf-Dieter Rost und die Stadträtin Jessica Steiner als Ehrengäste begrüßen. Ganz besonders hat es uns gefreut, dass Gerhard Blume, Vorsitzender der Senioren-Union Leipzig Land, an unserem Sommerfest teilnahm.

Gegenüber den vergangenen Jahren verzeichneten wir eine höhere Teilnahme unserer Mitglieder. Leider konnten einige Mitglieder aus Krankheitsgründen nicht anwesend sein. Diese haben wir nicht vergessen und ihnen schriftliche Grüße von der diesjährigen Veranstaltung zukommen lassen.

Traditionsgemäß war der erste Teil unseres Sommerfestes eine Rundfahrt mit der Parkeisenbahn um den Auensee. Der Reisebeginn war wieder am barrierefreien Sonderbahnsteig. Leider hatten wir, wie bei den großen Eisenbahnen, schon nach kurzer Zeit einen Ausfall der Lok. Im Gegensatz zum Lokausfall bei der Mitteldeutschen Regionalbahn am Wochenende bei Bad Lausick, war die Schadensbeseitigung sehr schnell erfolgt. Ein sachkundiger Mitarbeiter der Parkeisenbahn machte sich zu Fuß bepackt mit Werkzeug auf den Weg vom Bahnhof zur Stelle der Störung und beseitigte die Ursache für die Lokpanne. So konnten wir schon nach 20 Minuten die Reise fortsetzen. Immerhin dauerte das bei der Mitteldeutschen Regionalbahn am Wochenende lange 4 Stunden bei glühender Hitze.

Nach der Rundfahrt begrüßte der Vorsitzende der Senioren-Union KV Leipzig die Teilnehmer am Sommerfest. Angesichts der großen Hitze hatten die Mitarbeiter der Parkeisenbahn schon genügend Getränke bereitgestellt. Holger Gasse begrüßte die Teilnehmer im Auftrag des Kreisvorstandes der CDU Leipzig. Auch die Verpflegung kam nicht zu kurz. Die Mitarbeiter der Parkeisenbahn grillten wohlschmeckende Bratwürste und Steaks. Wie üblich gab es dazu Schlesischen Kartoffelsalat.

Danach ergaben sich intensive Gespräche unserer Mitglieder mit den anwesenden Funktionsträgern der CDU.

In der Zwischenzeit haben wir wie auch in den vergangenen Jahren eine Sammlung zum Erhalt der Parkeisenbahn gemacht. Das Ergebnis war mit 265 € größer als das in den vergangenen Jahren. Hatten wir bis dahin durch Spenden eine Summe für den Austausch von 35 Schwellen eingesammelt, so haben wir mit der diesjährigen Spende das Ziel von 40 Schwellen überschritten. Übrigens, bei der Fahrt über das Gleisteil mit den Schwellen, die wir durch unsere Patenschaft gespendet hatten, konnten wir uns überzeugen, dass die Sanierung gelungen ist. Der Zug fuhr in diesem Gleisbereich deutlich ruhiger.

Insgesamt war das diesjährige Sommerfest wieder eine gelungene Veranstaltung. Wir wurden sehr gut vom Personal der Parkeisenbahn, obwohl sie am 21. August eigentlich Ruhetag hatten, betreut. Dafür bedanken wir uns recht herzlich.

23.08.2023 Kreisverband Leipzig: Toilette gesucht

Leserbrief zu LVZ „Ein öffentliches WC für 31.000 Einwohner“ vom 22./23. Juli und „Toilette gesucht“ vom 24. Juli

Wir haben uns im Stadtbezirksbeirat schon vor rund 10 Jahren mit einem Toilettenkonzept in unserem Stadtbezirk Altwest befasst. Inzwischen hat sich die Toilettensituation leicht entspannt. Immerhin wurden auf dem vielbesuchten Lindenauer Markt und im Palmengarten öffentliche Toiletten aufgestellt. Vom Lindenauer Markt bis nach Böhlitz-Ehrenberg ist dann aber nur noch eine „Toilettenwüste“ vorhanden. Selbst im Bereich des Einkaufszentrums der Leutzsch Arkaden ist eine öffentliche Toilette Fehlanzeige! In anderen Stadtbezirken sieht es sicherlich ähnlich aus.

Nun konnte man in der LVZ am Wochenende lesen, dass in der Stadtverwaltung nach vielen Querelen zwischen den Ämtern ein Toilettenbeauftragter installiert wurde. Dieser soll bis zum Jahresende ein Toilettenkonzept ausarbeiten.

Wie ist die gegenwärtige Situation? Insgesamt sind zurzeit 17 öffentliche Toiletten für rund 620.000 Einwohner und ihren Gästen vorhanden. In naher Zukunft sollen weiter 3 öffentliche Toiletten, die von der Firma RBL Media betreut werden, hinzukommen. Insgesamt ist auch mit diesem Zuwachs an öffentlichen Toiletten die Situation immer noch äußerst unbefriedigend.

In der heutigen LVZ (24. Juli) wurde wieder zur Situation der öffentlichen Toiletten ein Bericht veröffentlicht. In diesem wurde auf die öffentliche Nutzung nichtöffentlicher Toiletten in Geschäften, Gaststätten und weiteren Einrichtungen hingewiesen. Ich fasse diesen Bericht als einen einzigen Witz auf. Abgesehen davon, dass es schon sehr seltsam ist, nichtöffentliche Toiletten mit oder ohne Zustimmung der Betreiber der Allgemeinheit zugänglich zu machen, sind die teilweisen Öffnungszeiten nicht nur sonntags eine Veralberung der Bedürftigen. So sind die Öffnungszeiten der Toilette an der Thomaskirche montags, freitags und am Wochenende. Geschlossen ist diese Toilette von Dienstag bis Donnerstag.

Was sagen wohl die vielen Besucher Leipzigs zu diesen Öffnungszeiten an einem touristischen Schwerpunkt Leipzigs?

Und noch ein Problem gibt es. Für Menschen mit Behinderung sind ebenfalls zu wenig öffentliche Toiletten vorhanden. Die wenigen barrierefreien Toiletten sind meistens für diese Menschengruppe nur mit Mühen oder gar nicht zu erreichen. Z.B. im Warenhaus Galeria Kaufhof befindet sich die auch für Behinderte zugängliche Toilette im 3. Stock, der für diese Menschen nur über einen Lift zu erreichen ist. Ein anderes sehr negatives Beispiel ist die öffentliche Toilette an der S-Bahn Station auf dem Markt. Diese Toilette ist für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit nur über den Aufzug an der Nordseite der Station, über den Bahnsteig und wieder über eine Rolltreppe (verboten für Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen) zur Toilette im Zwischengeschoß zu erreichen. Kann man das als Sorge um unsere in der Bewegung eingeschränkten Mitmenschen ansehen?

Für Leipzig, das sich gerne als weltoffene und für Besucher interessante Stadt ausweist, ist die Situation der öffentlichen Toiletten beschämend.

Es sieht nicht in allen Städten der Größenordnung von Leipzig so trostlos aus. In Dresden sind bei annähernd gleicher Einwohnerzahl und auch vielen Besuchern immerhin 95 öffentliche Toiletten vorhanden!

Dr. Karl Placht Stellvertr. Vorsitzender SU KV Leipzig